Warum verbrauchen intelligente Gebäude mehr?

Intelligente Gebäude verbrauchen oft mehr Energie als konventionelle. Erfahren Sie, warum Gebäudeautomation in der Praxis versagt — und was wirklich Energieeffizienz langfristig sichert.

Von Arthur Cursino

Jan 12, 2017

Energieeffizienz

Wir leben im Zeitalter der „intelligenten Dinge“. Von allgegenwärtigen Smartphones bis hin zu ganzen Städten – das Tempo der Automatisierung und Modernisierung der uns umgebenden Objekte ist atemberaubend. Gebäude, in denen wir die meiste Zeit verbringen, sind davon nicht ausgenommen: Mit dem Ziel, die Verwaltung zu optimieren, Kosten zu senken und den Komfort zu erhöhen, sind intelligente Gebäude in Großstädten in Brasilien und auf der ganzen Welt immer häufiger anzutreffen. Laut der Website arquitetura sind intelligente Gebäude „Konstruktionen, die auf nachhaltigen Verbrauch ausgelegt sind, um (…) Abfall und Kosten zu reduzieren“ und „Komfort und Wohlbefinden ihrer Bewohner“ zu gewährleisten. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen wir Spitzentechnologie ein, bei der moderne Geräte durch Steuerungs- und Automatisierungsprozesse miteinander verbunden sind. Im Allgemeinen werden die wichtigsten Systeme, wie Klimaanlage und Beleuchtung, zentral über ein Gebäudeautomationssystem (BMS – Building Management System) überwacht.

Diese Erklärung impliziert, dass die in ein intelligentes Gebäude eingebetteten intelligenten Systeme dazu dienen sollen, dem Gebäude dabei zu helfen, seine Hauptziele – Komfort für seine Nutzer zu bieten – automatisch zu erreichen und Energieverschwendung zu reduzieren. Dies scheint ein garantiertes Erfolgsrezept zu sein.


Der Einfluss des Betriebs auf die Energieverschwendung in Gebäuden

Es wird zunehmend festgestellt, dass diese intelligenten Gebäude oft nicht weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Gebäude, sondern manchmal sogar einen viel höheren Energieverbrauch.

Wenn man auf der Suche nach Effizienzmöglichkeiten Gebäudeattraktionen in Brasilien besucht, liegen die Gründe dafür auf der Hand. Erstens gibt es unter den Nutzern intelligenter Gebäude ein weit verbreitetes Phänomen: Sie haben das Gefühl, dass sie, da das Gebäude an sich schon intelligent ist, keine zusätzlichen Anstrengungen unternehmen müssen, um es noch effizienter zu machen. Infolgedessen verlieren einfache Vorkehrungen zur Vermeidung von Verschwendung, wie das Ausschalten des Lichts oder die Durchführung von Wartungsarbeiten, an Bedeutung und geraten in Vergessenheit.

Der zweite, noch häufigere Grund ist, dass intelligente Systeme nur dann intelligent sind, wenn sie genutzt werden. Leider wird die Automatisierung oft einfach deaktiviert. Dies geschieht aus verschiedenen Gründen, die meist auf den Übergang zwischen Bau und Betrieb zurückzuführen sind. In der Eile, ein Projekt abzuschließen und das Gebäude zu eröffnen, wird nicht darauf geachtet, alle Steuerungs- und Automatisierungsunterbrechungen korrekt zu programmieren, die Komponenten zu testen, die Inbetriebnahme abzuschließen und das System ordnungsgemäß an das zukünftige Betriebs- und Wartungsteam zu übergeben. Oft weiß das Betriebs- und Wartungsteam nicht einmal, wer das System entworfen, installiert und programmiert hat, geschweige denn, dass es in der Steuerung seiner Einstellungen geschult wurde, was einen effizienten Betrieb unmöglich macht. Schließlich ist die mangelnde Schulung der BMS-Systembediener ein Dauerzustand. Neben der Komplexität des Systems selbst ist ein gutes Verständnis der Grundlagen der Energieeffizienz unerlässlich. Die technische Grundausbildung in Brasilien vermittelt jedoch nur unzureichend effiziente Praktiken und beginnt erst jetzt, Energieeffizienz in die Lehrpläne aufzunehmen. Zudem ist die Fluktuation der Teammitglieder sehr hoch, wodurch erworbenes Wissen schnell verloren geht, wenn kein kontinuierliches Energiemanagement stattfindet. Hier sind einige Beispiele, die wir bei unseren Energieaudits häufig antreffen: In der Regel bestehen seit Jahren bestehende Probleme, die zuvor nicht erkannt wurden. Einige dieser Maßnahmen amortisieren sich bereits nach weniger als einem Monat, ermöglichen aber Einsparungen von Hunderttausenden von Real pro Jahr:

  • Falsch programmierte Frequenzumrichter (VFDs)
  • Temperatur- und Drucksensoren liefern falsche Messwerte
  • Kühlanlagen im manuellen Modus
  • Ineffizient programmierte Beleuchtung
  • Ganze Systeme ohne regelmäßige Programmierung, die rund um die Uhr in Betrieb sind
  • Unzureichende Temperatursollwerte
  • Defekte Ventile

Obwohl sie einfach erscheinen, halten diese Probleme jahrelang an, da der Alltag eines Gebäudemanagers oft keine Zeit lässt, nach Verbesserungen zu suchen. Daher ist die Unterstützung eines Energieeffizienz-Spezialisten wichtig, um Möglichkeiten zu identifizieren und bei deren Umsetzung zu beraten.

Lösungen

Es gibt tatsächlich Beispiele für intelligente Gebäude mit niedrigem Energieverbrauch. Wie lässt sich effizienter Energieverbrauch sicherstellen?

    1. Die Durchführung eines integrierten Projekts für Neubauten oder Renovierungen vermeidet Probleme bei der Gebäudeübergabe. Es stellt nicht nur sicher, dass die geplanten intelligenten Systeme installiert werden, sondern auch, dass alle Parameter und Schulungen an das O&M-Team weitergegeben werden.
    2. Die Durchführung einer Energiediagnose für bestehende Gebäude ermöglicht es uns, Ineffizienzen zu identifizieren und zu beseitigen und das Potenzial der installierten Systeme optimal zu nutzen.
    3. Gebäudemanager und -betreiber müssen regelmäßig geschult werden, um sie anhand praktischer Beispiele in die Konzepte der Energieeffizienz einzuarbeiten.
    4. Die Implementierung eines Energiemanagementprogramms mit Unterstützung von Spezialisten ist der eigentliche Trumpf, da es all diese Strategien mit einer globalen Vision verbindet, die eine dauerhafte Verbrauchsreduzierung gewährleistet.

    Wir dürfen nicht vergessen, dass der Schlüssel zur Effizienz von Gebäuden, ob intelligent oder nicht, bei den Menschen liegt.